Gemeinsam aufmerksam gegen Gewalt
Was tun, wenn Konflikte eskalieren? Wie lassen sich Grenzverletzungen früh erkennen? Und wie kann Gewalt verhindert werden, bevor sie entsteht? Mit diesen Fragen haben sich jetzt 16 Mitarbeitende der Evangelische Stiftung Volmarstein intensiv beschäftigt. Sie haben die Ausbildung zu sogenannten RADAR-Trainer*innen abgeschlossen.
Gewaltprävention hat in der Stiftung seit mehr als 25 Jahren einen hohen Stellenwert. Menschen, die Unterstützung, Pflege oder Betreuung benötigen, sollen sich sicher fühlen. Gleichzeitig geht es auch um den Schutz der Mitarbeitenden.
Die neuen Trainer*innen kommen aus verschiedenen Bereichen der Stiftung – darunter Eingliederungshilfe, Berufsbildung, Seniorenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe. In der 96-stündigen RADAR-Ausbildung lernten sie, Warnsignale früh wahrzunehmen, Konflikte zu entschärfen und in schwierigen Situationen deeskalierend zu handeln. Dabei geht es nicht nur um körperliche Gewalt, sondern auch um verbale Übergriffe, Einschüchterung oder Grenzverletzungen.
„Durch die Fortbildung bekommt man nochmal einen anderen Blick“, sagt Janine Wichelhaus, Teambeauftragte im Franz-Arndt-Haus. „Durch das Wissen verändert sich auch das Denken und Handeln.“
Auch Andreas Döschner, Ausbilder in der beruflichen Bildung, sieht einen großen Nutzen für den Arbeitsalltag: „In der Ausbildung von jungen Erwachsenen mit Unterstützungsbedarf erleben wir immer wieder emotional-kritische Situationen. Nun habe ich gelernt, noch professioneller damit umzugehen.“
Die ausgebildeten Trainerinnen sind nun Teil des stiftunginternen Netzwerkes zur Gewaltprävention. Sie geben ihr Wissen künftig an Teams der Stiftung weiter. Ergänzt wird dies durch Schutzkonzepte, feste Ansprechpersonen und regelmäßige Schulungen. „Professioneller Umgang mit Gewalt bedeutet: Wir haben eine klare Haltung, gute Strukturen und verbindliche Handlungsmöglichkeiten“, betont Dr. Tabea Esch. Regelmäßige Fortbildungen sind nur ein Baustein im Gesamtkonzept.