Expertentipp, um bestmöglich durch die Hitze zu kommen

​​​​​​​Kleine Tipps, um bestmöglich durch extreme Hitzeperioden zu kommen, geben Volmarsteiner Expert*innen. Für das Leben in besonderen Wohnformen gibt es in der Stiftung Hitzestandards.

Expert*innen der Ev. Stiftung Volmarstein haben Tipps, damit ältere Menschen besser durch Hitzeperioden kommen
Expert*innen der Ev. Stiftung Volmarstein haben Tipps, damit ältere Menschen besser durch Hitzeperioden kommen
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Extreme Hitzperioden sind für ältere oder kranke Menschen eine besondere Belastung. Bernd Kottsieper, Leiter des Ev. Feierabendhauses in Schwelm erklärt: Im Alter sind die Immunabwehr und das Herz-Kreislaufsystem geschwächt. Kommt dann eine extreme Belastung wie eine Hitzeperiode hinzu, haben Seniorinnen und Senioren entsprechend mehr Probleme als junge und gesunde Menschen. Der Schutzpanzer ist einfach nicht mehr so gut und daher Angriffe von außen gefährlicher. Das ist ein Problem bei Hitze und auch bei einer Infektion.“

Kleine Tipps der Volmarsteiner Expert*innen für Senior*innen, um die Hitze besser zu überstehen:

  • Beim Lüften am Abend und am frühen Morgen sollte man besonders darauf achten, Zugluft zu vermeiden. Denn ältere Menschen haben oft eine schlechtere Abwehr und könnten sich leicht erkälten.
  • Besonders wasserhaltiges Obst essen: Wassermelonen, Erdbeeren, Pfirsiche aber auch Gurken eigenen sich da besonders. Man sollte sich auch sein Lieblingsgetränk besorgen. Schön angerichtet auf einem kleinen Tablett in einem besonders schönen Glas – da fasst man eher zu. Das Getränk sollte man dann immer im Blickfeld haben und ruhig an mehreren Stellen in der Wohnung deponieren. Wer morgens schon vor dem ersten Kaffee den Tag mit einem ein Glas Wasser beginnt ist schon auf dem richtigen Weg.
  • Vorsicht bei eiskalten Getränken – die können den Kreislauf zu sehr belasten, der bei diesen Temperaturen oft instabil ist. Auch Alkohol belastet den Körper zu stark. Gut sind lauwarme Getränke wie Tees, Wasser oder Saftschorlen. Natürlich passt auch ein alkoholfreies Bier, das nur leicht gekühlt ist. Und wenn man das dann in Geselligkeit trinkt, schmeckt auch noch ein zweites.

„Die Ev. Stiftung Volmarstein hat im Rahmen des Qualitätsmanagements Hitzestandards festgelegt“ , sagt Nicole Just, Pflegedienstleiterin des Hans-Grünewald-Hauses in Gevelsberg. „Diese werden vor extremen Hitzeperioden nochmals in den Dienstbesprechungen und vor Ort in den Wohnbereichen kommuniziert, so dass alle Mitarbeitenden bestmöglich geschult und vorbereitet sind.“

Zu den Maßnahmen vor Ort gehören z.B.

  • Informationen an die Bewohner*innen, dass Aufenthalte z.B. in der Sonne vermieden werden sollen
  • Beratung der Bewohner*innen über zweckmäßige Kleidung
  • Information der Bewohner*innen über zusätzliche Getränkeangebote
  • In der Nacht, wenn es sich abkühlt hat, gutes Durchlüften der Wohnbereiche und Zimmer
  • Verschließen der Fenster am Vormittag, bevor es warm wird
  • Verdunkeln der Fenster, um die Räume vor der Sonneneinstrahlung zu schützen, z.B. durch Rollos, Markisen etc.
  • Vermehrtes Anbieten von Getränken, auf Wunsch leicht gekühlte Getränke
  • Besondere Wünsche der Bewohner*innen erfragen, z: B. besondere Getränke, Eiskaffee, etc.
  • Zusätzliche „Trinkoasen“ im Flurbereich einrichten.
  • Bettdecke ggf. durch ein Bettbezug ersetzen
  • Beim Durchlüften  Zugluft vermeiden
  • Sonnenschutz im Garten

Maßnahmen zur Sicherheit der Bewohner*innen

  • Alle Bewohner*innen werden besonders beobachtet und nach ihrem Wohlbefinden befragt
  • Puls, Temperatur und Blutdruck werden regelmäßig kontrolliert und genau wie die Flüssigkeitszufuhr dokumentiert
  • Bei Veränderungen des Allgemeinzustands wird der Hausarzt eingeschaltet.

    Foto: Fotolia_sonne_web_39907923_M