Sektfrühstück zum 100. Geburtstag

Mit einem Sektfrühstück hat Lieselotte Markau den Morgen ihres 100. Geburtstages begonnen

Sektfrühstück zum 100. Geburtstag
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Morgens startete Lieselotte Markau mit einem Sektfrühstück. Das war absolut ungewöhnlich, aber angesichts des besonderen Tages mehr als angemessen: Denn die betagte Dame, die im Hans-Grünewald-Haus wohnt, ist am Sonntag 100 Jahre alt geworden. „Wenn man im Oberstübchen  klar bleibt, ist das gar nicht so schlimm“, meint die Seniorin zum Thema „Alt werden“. Dabei schmunzelt sie und tippte mit dem Zeigefinger gegen ihre Stirn.

Wer mit Lieselotte Markau spricht, bemerkt sofort ihre Lebensfreude. „Ich brauche immer etwas zu tun“, berichtet sie über ihren Alltag in der Senioren-Einrichtung der Stiftung Volmarstein. Regelmäßig nimmt sie an Spielrunden teil, ebenso an Turnstunden. Um zu zeigen, wie sich die Seniorinnen und Senioren ein wenig fit halten, schwingt im Sitzen ihr Bein ein wenig hin und her. Kreuzworträtsel löst sie auch gerne – eines liegt griffbereit auf dem Tisch in ihrem Zimmer. Im Hans-Grünewald-Haus, in dem die Jubilarin seit 2019 wohnt, fühlt sie sich wohl. „Die Leute hier tun alles für mich. Wenn man sich etwas wünscht, bekommt man es auch“, sagt sie.

Lieselotte Markau, Jahrgang 1921, wurde in Oberschlesien geboren. „Aus dem Fenster guckten wir nach Polen“, erinnert sie sich. Im Zuge des Krieges wurde ihre Familie vertrieben. Erst kam sie bei ihrer Schwester in Bochum unter, ehe sie nach Gevelsberg zog. Hier arbeitete sie in einer Arzt-Praxis, in der sie in einer Dunkelkammer Röntgen-Cassetten bearbeitete. Sie sorgte für eine gute Bildqualität, damit der Arzt hinterher eine sichere Diagnose stellen konnte. „Meiner Arbeit hat mir immer Spaß gemacht“, betont sie.Den hatte sie auch nachmittags, als sie in einer fröhlichen Kaffeerunde mit anderen Bewohnerinnen und Bewohnern den „Hundertsten“ feierte.

Foto: Lieselotte Markau an ihrem 100. Geburtstag: Zu den Gratulanten gehörten auch die Pflegekräfte  Melli Lysk (rechts) und Verena Knoke.