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Krankenhaus am Mops betritt medizinisches Neuland

„Medizinisches Zentrum für die Behandlung Erwachsener Menschen mit Behinderung (MZEB)“ im Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe eröffnet

Das Team des „Medizinischen Zentrums für die Behandlung Erwachsener Menschen mit Behinderung (MZEB)“
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2.5 Millionen Menschen mit Behinderung brauchen besondere Bedingungen für ihre medizinische Diagnose und Therapie. Die Eröffnung des ambulanten „Medizinischen Zentrum für die Behandlung Erwachsener Menschen mit Behinderung (MZEB)“ in Haspe ist ein großer Schritt, damit diese Menschen medizinische Hilfe finden. Mit der Ambulanz und der zusätzlichen stationären Versorgung in der Klinik für Inklusive Medizin hat das Krankenhaus am Mops ein Angebot, das weit über die Region hinaus einmalig ist.

„Wenn nicht wir – wer sonst?“, so Markus Bachmann, Vorstand der Stiftung in seiner Rede bei der Eröffnung. Denn seit den Gründungsjahren nach 1904 bietet die Ev. Stiftung Volmarstein nicht nur Wohnangebote für Menschen mit Behinderung, sondern auch medizinische Versorgung sowie Schule, Ausbildung und Arbeit. „Wir fühlen uns dieser Tradition verbunden und es ist uns eine Herzensangelegenheit, die Medizin für Menschen mit Behinderung zu verbessern,“ betonte Bachmann. Schon im Strategieplan aus 2013 hatte das Unternehmen dieses Ziel formuliert. Etliche Hürden mussten überwunden werden. Drei Jahre dauerte es allein, um die Zulassung zu bekommen. „Und wenn ich jetzt das Ergebnis sehe, bin ich stolz darauf, was unsere Experten im Team der Medizin für Menschen mit Behinderung leisten“, so Markus Bachmann.
Zur Eröffnungsfeier des MZEB waren viele Akteure aus der Politik, dem Gesundheitswesen und von Behindertenverbänden gekommen. Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Hans-Albert Gehle, beschrieb die aktuelle Situation: „Nach dem Kindesalter gehen die Türen in der medizinischen Versorgung für Menschen mit Behinderung zu. Wir müssen dafür sorgen, dass sich neue Türen auftun, so wie es Ihnen hier in Hagen-Haspe gelungen ist.“

„Die ambulante medizinische Versorgung von Erwachsenen mit Behinderung ist in Deutschland beschissen.“ Prof. Dr. Michael Seidel nahm in seiner leidenschaftlichen Rede kein Blatt vor den Mund. Der Arzt kämpft deutschlandweit seit Jahrzehnten mit viel Herzblut für die Schaffung von gesetzlichen Strukturen, um die Defizite zu beheben. 
Für Dr. Martin Kuthe, Leiter des neuen Hasper MZEBs, war die Eröffnungsfeier ein bewegender Moment. Seit vielen Jahren behandelt der Neurologe erwachsene Menschen mit Behinderung. „Wir brauchen Orte, an denen medizinische Versorgung stattfindet, ohne dass die Werteskala der gesunden Menschen Maßstab ist“, so Dr. Kuthe. „Man braucht Raum, Zeit, ein Team, eine innere Einstellung, Offenheit und mehr, um ein MZEB zu eröffnen und ich bin dankbar, dass dies in Hagen-Haspe möglich war.“

„Geschichten aus dem echten Leben“ erzählte Dr. Jörg Stockmann, Chefarzt der Klinik für Inklusive Medizin im Hasper Krankenhaus. Er berichtet von einem Krankenhausarzt, der es überflüssig fand, bei einem Menschen mit Behinderung Krebsvorsorge zu leisten – und das im Jahr 2017! Oder von einem Menschen mit starkem Autismus, der letztendlich eine Gallenblasenentzündung hatte, die mit einem interdisziplinären Team am Mops operativ entfernt werden konnte. Der Patient wurde in Narkose untersucht, verblieb auch nach der OP einige Tage in einem künstlichen Schlaf, damit die OP-Wunde ohne Störung heilen konnte und wurde dann entlassen. „Ohne OP wäre er sicher an der Infektion gestorben“, so Dr. Stockmann. „Man muss in der Behandlung von Menschen mit Behinderung oft ungewöhnliche Wege gehen. Wenn viele mitmachen, klappt auch vieles.“ Abschießend segnete Pfr. Jürgen Dittrich, Theologischer Vorstand der Stiftung Volmarstein, das Team und die Gäste.
 

  • Viele Gäste bei der Eröffnungsrede von Markus Bachmann in der Kapelle
  • Der Theologische Vorstand bei der Eröffnungsrede
  • Frank Bessler (li) und Markus Bachmann im Gespräch mit Superintendentin Verena Schmidt
Viele Gäste bei der Eröffnungsrede von Markus Bachmann in der Kapelle
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