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ÖPNV? Aber bitte mit uns!

Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung machte die AG Partizipation im Hagener Volkspark auf sich aufmerksam.

Menschen mit Behinderung übten Kritik am Öffentlichen Personennahverkehr
Menschen mit Behinderung übten Kritik am ÖPNV
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Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung machte die AG Partizipation im Hagener Volkspark auf sich aufmerksam. Die AG besteht aus 35 Mitgliedern verschiedener Organisationen, die politische Teilhabe von Menschen mit Behinderung bemüht. Am gemeinsamen Stammtisch, der einmal im Monat tagt, können Menschen mit Behinderung mitreden. In Kleingruppen wird hier gemeinsam mit Lokalpolitikern zum Beispiel zu den Themen „bezahlbarer Wohnraum“, „Recht auf Arbeit“, „Leben vor Ort“ und „leichte Sprache in offiziellen Dokumenten“ diskutiert. Am Samstag ging es im Volkspark auch um das Thema ÖPNV.

Wie viele Rollstühle passen in einen Bus?

„Wie viele Rollstuhlfahrer passen in einen Bus?“ Die Frage, von Menschen mit Behinderung an Besucher der Hagener Stadtparks gestellt, klang zunächst unverfänglich. „20!“ sagte eine ältere Frau. „Vielleicht fünf?“, so die vage Vermutung eines Jugendlichen. Es sind diese Antworten, die Menschen im Rollstuhl dazu veranlassen, öffentlich auf sich aufmerksam zu machen. „Fast niemand kennt unsere Situation und weiß, mit welchen Barrieren wir uns im Alltag auseinandersetzen müssen“, sagt Svenja Rienahs. Die junge Frau sitzt in einem elektronischen Rollstuhl und ist auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Zusammen mit Lebenspartner Frank Beele ist Svenja in den Stadtpark gekommen, um als Teil der AG Partizipation auf das Thema Inklusion aufmerksam zu machen. Frank sitzt ebenfalls in einem E-Rollstuhl und erzählt, dass er und Svenja sehr gerne zusammen Ausflüge unternehmen: „Wir fahren zum Beispiel gern zum Bauernmarkt nach Gevelsberg. Natürlich möchten wir dort zusammen ankommen. Je nach Bus ist Platz für ein bis zwei E-Rollstühle. Es ist schon oft vorgekommen, dass nur einer von uns beiden mitgenommen wird.“  Svenja ärgert das: „Der andere steht dann an der Haltestelle und muss auf den nächsten Bus warten. Und dann hängt auch viel von den Passagieren ab. Viele haben einen Rollator dabei. Wenn der Rollator im Bus steht, passen wir nicht mehr mit hinein. Manche ältere Leute sind nett und klappen den Rollator zusammen. Manche nicht.“ 

Unsensible Fahrgäste

Wie der Zustieg von Menschen mit einer (Geh-)Behinderung in der Praxis klappt, hängt auch stark vom Busfahrer ab. Im Idealfall übernimmt der Fahrer persönlich das Umklappen der Rampe und hilft dem Rollstuhlfahrer anschließend beim Einstieg. Allerdings geht das in vielen Fällen nicht auf. Aufgrund von Zeitnot überlassen die Fahrer diesen Job anderen Fahrgästen. Jetzt hängt die Weiterreise von der Hilfsbereitschaft der übrigen Passagiere ab. Auch darauf machten die Freunde, Interessenten und Mitglieder der AG Partizipation im Stadtpark aufmerksam.



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