Darmkrebs – Vorsorge, Früherkennung und Therapie können Leben retten

Experten informierten beim Vortrag im Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe

Darmkrebs ist in vielen Fällen vermeidbar. Entscheidend ist, frühzeitig und regelmäßig Vorsorge zu betreiben – und zwar durch eine Darmspiegelung. Ist der Darm doch betroffen von bösartigen Geschwüren, sind modernste Operationstechniken entscheidend. Gemeinsam informierten Priv.-Doz. Dr. Björn Menge, Chefarzt der Allgemeinen Inneren Medizin und Gastroenterologie und Dr. Claas Brockschmidt, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, in ihrem Vortrag über die Vorsorge, Früherkennung und Therapie von Darmkrebs.

Volkskrankheit Darmkrebs

„Die meisten Darmkrebsfälle entwickeln sich aus Wucherungen und Polypen“ weiß Dr. Menge. „Diese gutartige Krebsvorstufe entartet meist nach etwa 7 bis 10 Jahren. Die beste Methode, dies zu verhindern, ist die Entfernung der Polypen.“ Wie dies bei einer Darmspiegelung funktioniert erklärt der Internist und Gastroenterologe den interessierten Gästen ausführlich. „Die Darmspiegelung ist eine Routine-Untersuchung. Menschen ab 55 sollten sich dieser Vorsorgemaßnahme regelmäßig unterziehen“, so Dr. Menge Zur Untersuchung wird ein Schlauch in den Dickdarm eingeführt und mit einer Zange oder Schlinge wird der Polyp abgetragen. Die Blutstillung erfolgt über „Clips“. Dies sind kleine Klammern, die nach ein paar Tagen von selbst abfallen und den natürlichen Weg aus dem Darm herausfinden. Das entfernte Gewebe wird immer im Labor untersucht.

Grundsätzlich ist die Vorsorge etwa alle 10 Jahre fällig, wenn in der letzten Darmspiegelung keine klassischen Polypen gefunden wurden.

Auch der Lebensstil hilft bei der Darmkrebs-Vorsorge: Wer stark raucht und viel Alkohol trinkt, erkrankt häufiger. Auch übermäßiger Konsum von behandeltem oder gegrilltem Fleisch kann Krebs begünstigen. 

Erfahrung der Klinik

Über die operative Entfernung von Darmkrebs informiert Dr. Claas Brockschmidt. „Mehr als 90 % der Patienten mit Darmerkrankungen werden am Mops ohne Bauchschnitt operiert“, erklärt Dr. Brockschmidt. „Auch bei Krebs ist die sogenannte „Laparoskopische Chirurgie“ eine sichere und für die Patienten vorteilhafte Methode.“ Bei diesem Verfahren werden mit Hilfe einer Kamera  Eingriffe innerhalb der Bauchhöhle vorgenommen. Diese Form der laparoskopischen Chirurgie ist besonders schonend, weil durch kleine Zugänge größere Bereiche behandelt werden können. „Die minimal-invasiven Operationen haben viele Vorteile“, berichtet der Chefarzt. Dazu gehören die rasche Mobilität nach dem Eingriff und die Vermeidung von Narbenbildung. „Allerdings ist es wichtig, dass erfahrene Experten die Operation vornehmen. “ Anhand von Filmmaterial von durchgeführten Behandlungen machte Dr. Brockschmidt  dem Publikum die komplizierte Vorgehensweise deutlich. 

Sicherheit geht ihm und seinem Team immer vor und deshalb ist es auch manchmal notwendig, einen Bauchschnitt durchzuführen – z. B. bei einem geplatzten Darm, starken Blutungen oder frischen Lungenembolien. Ein Team von Experten stellt vorher gemeinsam ein Behandlungsschema auf. „Aber wir sind bei gleicher Sicherheit geneigt, das schonendere Verfahren anzuwenden“, so der Chefarzt.

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