Handwerker-Urgestein geht in Rente

40 Jahre für die Stiftung Volmarstein im Einsatz

In den zahlreichen Häusern der Evangelischen Stiftung Volmarstein kennt sich Burkhard Preuß bestens aus. „Es gibt wohl keinen Fensterrahmen, den ich nicht irgendwann mal kontrolliert habe“, meint der gelernte Tischler schmunzelnd. Über vier Jahrzehnte lang war er für die Stiftung im Einsatz. Mit 63 Jahren ist er nun in den Ruhestand gegangen. Der Handwerker alter Schule, der ein eher zurückhaltender Mensch ist, gehört zu den Urgesteinen des Unternehmens.

Seine Lehre hatte Burkhard Preuß in der Tischlerei Strüning in Herdecke absolviert. Danach begann er 1974 als „Zivi“ in der Stiftung – vor 44 Jahren. Nach dem Zivildienst wurde er als Tischler-Geselle  übernommen. In den 80er Jahren machte er „seinen“ Meister. Den Meisterbrief bekam er 1987 bei einer Freisprechungsfeier von Landesvater Johannes Rau überreicht.

„Ich habe immer versucht, den Leuten zu helfen“, sagt Burkhard Preuß zu seiner Grundeinstellung. Von der Mini-Reparatur im Büro bis zum großen Umzug mit neuer Möblierung – im Laufe der Jahrzehnte gab es viel zu tun. „Ganz wichtig ist, dass wir Handwerker zusammen halten“, betonte er bei seiner Verabschiedung, zu der viele Kollegen gekommen waren.

Stolze 42mal gehörte Burkhard Preuß zum Team, das jedes Jahr die Holzhütten für den Volmarsteiner Adventsmarkt aufbaut. Anfangs waren es zwei Holzhütten, heute sind es über 20 Buden. Bei deren Entstehung hat Burkhard Preuß tatkräftig mitgezimmert. Aber nicht nur die Zahl der Hütten hat sich geändert: Heute dauert der Aufbau einer Bude nur noch 20 Minuten, weil einheitliche Stifte verwendet werden und nicht mehr unterschiedliche Schrauben. „Früher mussten wir oft die passenden Schrauben zusammen suchen“, erinnert sich Burkhard Preuß.

Einen seiner letzten Einsätze vor dem Ruhestand hatte er in der Martinskirche: Gemeinsam mit zwei Kollegen galt es, lose gewordene Bretter unter der Decke wieder zu befestigen. In der Kirche hatte er einst auch die mächtige Holzkonstruktion für die Orgel mit aufgebaut. Für die geleistete Präzisionsarbeit gab es ein Sonderlob vom Orgelbauer, der hinterher die Orgelpfeifen einbaute.

Burkhard Preuß wohnt in Herdecke. Er ist verheiratet, hat sieben Kinder und sieben Enkelkinder. Demnächst werden es acht Enkel sein. Er engagiert sich in einer christlichen Gemeinschaft in Herdecke. Im Ruhestand hat er zuhause viel tun: Er wohnt in einem Haus, zu dem ein über 5000 Quadratmeter großes Grundstück gehört. Außerdem möchte er für zwei Monate nach Haiti reisen, wo eine Bekannte eine Schule gebaut hat. In der Schule will er sich sozial engagieren. Sicher ist: Auch auf Haiti werden sie die zuverlässige Arbeit von Burkhard Preuß zu schätzen wissen.

Foto (1): Im Einsatz: Burkhard Preuß an der Kreissäge. 

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