Tabuthemen: Erkrankungen am Enddarm und After

Das Krankenhaus am Mops informierte in Ennepetal zu Hämorrhoiden, Analfisteln und Analabszessen

Im Grunde ist es eine Volkskrankheit: Jeder zweite Mensch bekommt es im Laufe seines Lebens. Die Rede ist von Hämorrhoiden. Weil es den meisten Menschen jedoch peinlich ist, verschweigen sie ihr Leiden. Der Vortrag der Experten der  Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Ev. Krankenhauses Haspe unter der Leitung von Chefarzt Dr. Claas Brockschmidt zog dennoch viele Interessierte in das Gemeindehaus in Ennepetal-Voerde. 

„Hämorrhoiden sind höchst unangenehm“, weiß Oberarzt Emin Köksal. „Sie sind meist nicht lebensbedrohlich aber sie beeinflussen Ihre Lebensqualität erheblich.“ Der Experte der rät deshalb jedem Betroffenen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Wir wissen, dass es sich um ein großes Tabu-Thema der Medizin handelt“, so der Proktologe. Aber die oft harmlose Untersuchung sollte man nicht auf die lange Bank schieben, denn in der Regel kann das Leiden gut therapiert werden.

Erfahrene Fachärzte können die meisten Beschwerden auch ohne Operation ambulant behandeln und eine zügige Beschwerdefreiheit ermöglichen. Hämorrhoidalleiden können sich in verschiedenen Stadien unterschiedlich behandelt werden. Sie werden eingeteilt in vier Grade.  Im Anfangsstadium äußern sich Hämorrhoiden durch Juckreiz, Blut im Stuhl oder Nässen. „Sie merken plötzlich, dass die Unterhose nicht mehr richtig sauber ist“, weiß Emin Köksal. Im weiteren Stadium tritt Gewebe nach außen, und man kann es zum Teil auch noch kurzzeitig zurückschieben, bis auch dies nicht mehr funktioniert und es zu Stuhl-Inkontinenz kommt.   Während die Grade I und II zwei noch durchaus ohne OP behandelbar sind, kann ab dem III. Grad nur eine Operation Abhilfe schaffen. In seinem Vortrag erläuterte der Facharzt dem Publikum moderne Verfahren der Proktologie. Chefarzt Dr. Claas Brockschmidt lobte zudem die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Urogynäkologie im Krankenhaus am Mops. „Zur der Untersuchung des Beckenbodens besprechen wir uns mit unserer erfahrenen Gynäkologie im Haus, um eine bestmögliche Behandlung zu erzielen.“ 

Im weiteren Verlauf des Vortrags widmete sich  Michael Weber einer weiteren Erkrankung am After. Er erläutere die Therapie von Analfisteln und Analabszessen. „Ein Analabszess ist eine schmerzhafte, direkt neben dem After liegende Schwellung, die mit Eiter gefüllt ist“, erklärte der Facharzt. Diese Form der Erkrankung ist sehr schmerzhaft und kann fatale Folgen haben, die zur Zerstörung von Anteilen des Schließmuskels führen. Hier ist eine klinische Untersuchung und chirurgische Behandlung durch eine Fachabteilung unerlässlich. 

Foto: Oberarzt Emin Köksal informierte die interessierten Besucher ausführlich

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