Divertikel im Darm – bin ich krank?

Der Chefarzt beantwortet Patientenfragen

Über 50 Prozent der Bevölkerung sind betroffen: Ausstülpungen im Darm (Divertikel) sind häufig nur ein Zufallsbefund. Sie  können über Jahre im Körper bestehen, bevor sich Symptome zeigen. Die Frage „Divertikel im Darm – bin ich krank?”, beantwortete Priv.-Doz. Dr. Björn Menge beim Patientenforum, zu dem das Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe, Brusebrinkstraße 20, einlud. Der Chefarzt der Allgemeinen Inneren Medizin und Gastroenterologie erklärt was Divertikel sind, auf welche Symptome man achten muss und wie man sich als Betroffener verhalten sollte. 

Divertikel sind sackförmige Ausstülpungen  der Wand eines Hohlorgans, zu dem auch der Dickdarm zählt. Meist werden sie bei einer Darmspiegelung entdeckt. „Beschwerden machen Divertikel aber erst, wenn sie sich entzünden. Das nennt man Divertikulitis“, so der Chefarzt. In seinem Vortrag erläuterte Dr. Menge, wie Divertikel entstehen, warum sie sich entzünden und wie man eine solche Entzündung verhindern kann.

Zunächst die gute Nachricht: 75-80 Prozent der Betroffenen haben niemals Probleme mit ihren Divertikeln. Damit das so bleibt, gilt es einige Verhaltensregeln zu beachten: „Menschen mit Darmdivertikeln sollten auf eine ausreichende körperliche Aktivität sowie ausreichende voluminöse Flüssigkeitsaufnahme, eine ballaststoffreiche Ernährung unter Vermeidung von Körnern, Nüssen etc. und eine Gewichtsabnahme im Falle von Übergewicht achten“, erklärt der Experte. 

Wenn sich Divertikel entzünden, muss man unbedingt handeln. „Es fühlt sich an wie Blinddarm auf der falschen Seite“, so Dr. Menge. Bauchkrämpfe, Verdauungsstörungen, Blähungen und Fiber gehören zu den Symptomen. Während leichte Formen der Divertikulitis durchaus zu Hause behandelt werden können, ist bei einer schweren und akuten Entzündung eine stationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig. Der Patient erhält dann Antibiotika, Schmerzmittel, entzündungshemmende und krampflösende Medikamente, die den Darm entspannen und muss für einige Zeit auf feste Nahrung verzichten. 

Im Fall von wiederkehrenden oder besonders starken Entzündungen ist eine Operation die sinnvollste Therapie. „Vor allem bei einem Durchbruch des Divertikels mit einer Bauchfellentzündung, einer starken Blutung oder einer Abszessbildung ist ein sofortiger Eingriff notwendig“, so Dr. Menge. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Internisten und Chirurgen ist bei der Divertikulitis besonders wichtig. Im Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe arbeiten Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Björn Menge und sein Team eng zusammen mit der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Chefarzt Dr. Claas Brockschmidt  war daher auch beim Patientenforum anwesend und konnte die Fragen der Gäste direkt beantworten.

Verwandte Einträge