Degenerativer Bandscheibe: Behandlung mit Hydrogel

Ortho-Klinik Dortmund setzt auf minimal-invasive Verfahren

Chronische Rückenschmerzen können viele Ursachen haben. Neben dem Bandscheibenvorfall und der Verengung des Wirbelkanals ist „eine degenerativ veränderte Bandscheibe“, auch Black Disc Disease genannt, eine häufige Ursache.

„Im Laufe des Alterungsprozesses oder bei besonderer Belastung verschleißt die Bandscheibe und sie verliert an Höhe sowie an Wasser“, erklärt Chefarzt Dr. Farman Hedayat. „Diese Degeneration kann zu Entzündungsreaktionen und Schmerzen in der betroffenen Bandscheibenregion führen.“ Durch die lokale Behandlung mit dem Hydrogel-Implant besteht in der Ortho-Klinik Dortmund nun die Möglichkeit, die Bandscheibe effektiv und mit einem minimalen Eingriff wieder aufzufüllen. „Wir setzen das Hydrogel direkt in die Bandscheibe“ ein, so der Chefarzt des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie und Schmerztherapie in der Fachklinik in Hörde. „Dort quillt es innerhalb von 24 Stunden auf, neutralisiert den pH-Wert und lindert so die Schmerzen.“ 

Um zu verstehen, wie das genau funktioniert, muss man näher hinschauen:

Die betroffenen Patienten klagen über anhaltende Schmerzen im unteren Bereich des Rückens. Konservative Methoden wie Schmerzmittel und Physiotherapie haben nicht geholfen. Die Erkrankung erkenne man im MRT-Bild sehr genau, so Dr. Hedayat. „Man nennt sie auch „Black Disc Disease“, weil das betroffene Bandscheibenfach im MRT (T2-Aufnahme) schwarz dargestellt wird ohne erkennbaren hellen Kern.“ 

Warum leidet die Bandscheibe im Laufe des Lebens überhaut? Der Neurochirurg erklärt: „Die Wirbelsäule besteht aus den Wirbelkörpern, die über die Bandscheiben miteinander verbunden sind. Bandscheiben sind elastisch, sie wirken als Dämpfer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern und federn Stoßbewegungen wie z.B. durch Springen oder Laufen verursacht, ab. Ein Verschleiß und das Austrocknen sind ganz natürlich. Leider passiert das bei manchen Menschen schneller als bei anderen.“ 

Die konservative Behandlung steht an erster Stelle. Dazu zählen beispielweise die Schmerzmedikation, lokale Injektionen (Mikrotherapie) oder Physiotherapie. Wenn diese Behandlung nicht hilft, war bisher die OP das Mittel der Wahl – zum Beispiel z. B. eine operative Wirbelsäulenstabilisierung. Bei dieser Operation wird die Bandscheibe irreversibel ersetzt, sodass längere Genesungszeiten und eine Beeinträchtigung im Alltag nicht auszuschließen sind.

Die Behandlung mit dem Hydrogel bietet eine schonende Alternative für Patienten, bei denen konservative Methoden keinen langfristigen Erfolg gebracht haben. Die spezielle Zusammensetzung des Hydrogel-Implantats zieht Wasser an, das dann in der Bandscheibe gespeichert wird. Das Hydrogel quillt auf und entfaltet innerhalb von 24 Stunden seine volle Größe. Das Volumen und die Dämpfung des Bandscheibenkerns können dadurch verbessert werden und der saure pH-Wert wird neutralisiert. Durch die Veränderung des Milieus und des Volumens des Bandscheibenkerns werden die angrenzenden Strukturen einer geringeren chemischen und mechanischen Belastung ausgesetzt - die Schmerzen werden dadurch verringert. „Dadurch kann die Bandscheibe wieder als Puffer wirken“, erklärt Dr. Hedayat. Und vor allem: „Auch die benachbarten Regionen der Wirbelsäule profitieren von. Sie bleiben stabiler und erhalten länger ihre Funktion“, erklärt der Chefarzt des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie und Schmerztherapie. Dadurch könne der Verschleiß in dem Rückenbereich nicht mehr so schnell fortschreiten.  

„Das Hydorgel ist vor allem für junge Patienten geeignet und sollte im frühen Stadium durchgeführt werden, so lange noch keine bleibenden Schäden entstanden sind“, betont der Chefarzt. Bei der Implantation des Hydrogels liegt der Patient auf dem Bauch. In örtlicher Betäubung und – nach Absprache – mit einem Beruhigungsmittel. Über einen kleinen Schnitt werden eine dünne Hohl-Nadel und darüber das Hydrogel in die schmerzende Bandscheibe eingebracht. Danach wird die Nadel wieder entfernt und die Haut verschlossen. Die gesamte Prozedur dauert ca. 15 bis 30 Minuten. 

„Wir beobachten den Zustand der Patienten nach der Behandlung genau“, betont Dr. Hedayat. Nach einem Tag Bettruhe und einem weiteren Tag zur Beobachtung können die Patienten nach Hause gehen. Die meisten Patienten können in weniger als einer Woche nach der Behandlung wieder in den Berufsalltag zurückkehren. Möglicherweise bereiten Ihnen nach dem Eingriff kleine blaue Flecken von der Nadelinzision noch leichten Schmerz. Die Symptome der Bandscheibendegeneration verbessern sich meist innerhalb von wenigen Wochen.

Bei Jaqueline Zinke wurde das Hydrogel vor einigen Monaten angewendet. „Ich habe Fußball als Leistungssport betrieben“, erzählt die 28-Jährige. „Die extreme Belastung, Fouls und Stürze aufs Steißbein haben meiner Bandscheibe stark zugesetzt.“ Starke Schmerzen und eine sehr eingeschränkte Beweglichkeit waren die Folge. An Sport war gar nicht mehr zu denken. „Die Patientin ist zu jung, um ihre Bandscheibe zu versteifen“, so Dr. Hedayat. Nach der Behandlung mit dem Hydrogel geht es der Patientin sehr gut. „Die Schmerzen wurden schnell viel besser, nach vier Wochen konnte ich mit leichtem Sport anfangen“, berichtet sie von ihrem Genesungsprozess. „Ich weiß, dass ich keinen Fußball mehr spielen kann. Aber ich kann Sport machen und mein Leben aktiv leben.“ 

Ortho-Klinik Dortmund

Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie & Schmerztherapie
Chefarzt Dr. med. Farman Hedayat
Virchowstraße 4, 44263 Dortmund-Hörde

Tel. 02 31 - 94 30-268

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