"Da geht einem doch der Hut hoch!"

Industriemuseum mobil zu Besuch in unseren Senioreneinrichtungen

Der Zylinder, ein echter Tschako oder die Prinz-Heinrich-Mütze: Hüte machen Leute. Das konnten die Seniorinnen und Senioren im Ev. Altenheim Haspe mit allen Sinnen erleben, denn das „LWL Industriemuseum mobil“ war zu Besuch auf dem Mops. „Da geht einem doch der Hut hoch!“, sagt ein Sprichwort. Doch woraus besteht eigentlich eine Kopfbedeckung? Wofür sind Kaninchenfell, Schafswolle und Stroh notwendig? Und was hat der Heilige Clemens mit dem Filz am Hut? Zwei Museumpädagoginnen vom TextilWerk Bocholt brachten nicht nur Hüte sondern auch viele Geschichten mit. 

Aus einer Kiste mit Hüten konnten sich die Teilnehmer nach Lust und Laune bedienen und im Spiegel begutachten, wie ihnen die verschiedenen Kopfbedeckungen stehen. Das Programm „Hüte machen Leute“ spricht viele Sinne an: Fühlen, Riechen, Erinnern, sogar Singen gehören dazu. „Unsere Bewohner und Bewohnerinnen sind mit Begeisterung dabei“, berichtet Hausleiterin Heike Ewerdwalbesloh. Und ihre Kollegin vom Sozialdienst bestätigt: „Es entwickeln sich Gespräche und Erinnerungen werden wach. Der Besuch des Museums bei uns vor Ort ist nicht nur eine nette Abwechslung sondern eine wichtige Anregung für alle Sinne.“ 

Bergbau zum Anfassen 

„Glück auf!“ hieß es im Feierabendhaus in Schwelm. Die mobile Ausstellung des LWL-Industriemuseums Zeche Nachtigall „Geschichten zwischen Küche und Kaue“ bot den Bewohnern die Gelegenheit, sich gemeinsam mit Relikten des Bergbaus zu beschäftigen. Zwei freie Mitarbeiter des Museums waren gekommen, um den rund 30 Senioren mitgebrachte Gegenstände wie alte Arbeitskleidung, Grubenlampen oder verschiedene Kohlesorten vorzustellen. Im großen Saal des Feierabendhauses herrschte eine entspannte Atmosphäre, bei der es die Möglichkeit gab, die mitgebrachten Dinge anzufassen, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen mit einzubringen. Manch einer war früher sogar selbst im Bergbau tätig und weiß etwas aus eigener Erfahrung zu berichten. „Man kann sich zurückerinnern und erkennt einiges wieder. Ein paar Gegenstände habe ich vermisst, einen Helm zum Beispiel. Aber die Veranstaltung finde ich sehr interessant und eine gute Idee“, so Oskar Pottins, Bewohner des Feierabendhauses, der früher selbst unter Tage arbeitete. Seine Stichworte werden im Vortrag aufgegriffen und das Ereignis so aktiv mitgestaltet. „Es geht um die gemeinsame Erinnerung, das ist vor allem bei demenziellen Erkrankungen von Bedeutung“, weiß Gerlinde Riedel, Sozialarbeiterin und Leitung des sozialen Dienstes im Feierabendhaus. Das inbrünstige Singen des Steigerliedes bot für die Besucher noch einmal einen stimmungsvollen Abschluss des geselligen Morgens und die Chance, sich wie ein echter Kumpel zu fühlen. 

In allen Senioreneinrichtungen der Evangelischen Stiftung Volmarstein finden Besuche des mobilen Museums statt. Bereichsleiter Prof. Bernd Kwiatkowski: „Kulturelle Teilhabe 

Verwandte Einträge