Ziemlich beste Freundinnen

Freizeit begeistert Seniorinnen aus Haspe

„Im Alter noch eine neue Freundschaft zu schließen ist etwas besonderes“ weiß Maria Theisen. Die Leiterin des Bewohnerbeirats im Ev. Alten- und Pflegeheim Haspe hat mit Doris Schmidt eine neue Freundin gefunden. „Gefunkt“ hat es auf der Ferienfreizeit des Seniorenheims, an der die beiden Frauen teilnahmen. „Wir haben uns angelacht und wussten: das passt.“ 

Maria Theisen lebte 17 Jahre alleine. Mit einer Gruppe in Urlaub zu fahren, kostet sie Überwindung. Als bei der Ferienfreizeit noch ein Platz frei war, lies sie sich doch überreden. „Gott sein Dank“, meint die Seniorin lachend. Eine bunt gemischte Gruppe machte eine Woche Urlaub in einem Ferienhaus bei Ahaus. Manche schlecht zu Fuß, manche dement. „Jeder machte was er kann und alle profitierten voneinander“, berichtet Maria Theisen. „Demente Menschen sind anders aber das hat gar kein Problem gemacht. Wenn wir uns jetzt im Haus begegnen, ist das richtig schön.“ 

Mit der neuen Freundin Doris Schmidt hat Maria Theisen viel Spaß. „Ich war schon immer unternehmungslustig“, erzählt Frau Schmidt lachend. Ein Museumsbesuch, eine Kutschfahrt, Spaziergänge auf dem Bauernhof und sogar Kettcar fahren ließ sie sich in den Ferien nicht entgehen. „Wir haben zusammen gekocht und jeder hat gemacht, was er konnte“, berichtet die Seniorin. Maria Theisen machte zum ersten Mal seit Jahren nochmal ihren „berühmten“ warmen Kartoffelsalat. Bei Akkordeonmusik genossen die Senioren den letzten Abend. 

Fünf Mitarbeiterinnen aus den verschiedensten Bereichen des Seniorenheims am Mops begleiteten die Freizeit und sorgten für das Wohl der Bewohnerinnen. „24 Stunden intensiv mit den Senioren zusammen zu sein ist natürlich anstrengend“, meint Sabine Müller vom Sozialen Dienst. „Aber es war so toll zu sehen, wie sehr alle es genossen haben. Das war auch für uns eine besondere Zeit und nicht nur ein Job.“ Hausleiterin Heike Ewerdwalbesloh ist stolz auf ihr Team, das dieses nicht alltägliche Angebot erst möglich machte. 

Beruf kommt von Berufung 

Eine Urlaubsreise für die Bewohner anzubieten, ist keine Selbstverständlichkeit: Zusätzliches Personal für ein Woche rund um die Uhr sowie finanzielle Mittel müssen vorhanden sein. In Haspe fand sich ein tolles Team von Kolleginnen, die mit viel Engagement und Freude die Reise ihrer Bewohner vorbereiteten und begleiteten – zum Teil über die Dienstzeit hinaus. Durch Einnahmen vom Weihnachtsmarkt des Hauses im letzten Jahr sowie durch Spenden der Evangelischen Stiftung Volmarstein konnte den Senioren dieses besondere Erlebnis ermöglicht 

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