Kita "Pusteblume" in Wetter-Volmarstein


Liebe Eltern,

unser Anliegen ist es, den Kindern im Kita-Alltag einen Lebensraum zu schaffen, in dem sie sich wohl und geborgen fühlen.Wir möchten sie begleiten, freudig ihre Lebenswelt zu erkunden. Wertschätzung,
Offenheit, partnerschaftlicher Umgang, Hilfestellung bei Kontaktaufnahme und Konfliktbewältigung, Trost spenden, sind wichtige Inhalte unserer Arbeit. Ferner gehören zu den Schwerpunkten unserer pädagogischen Arbeit, vielfältige Bewegungsangebote, die Begleitung des kindlichen Spiels als natürliches Lernmedium, Förderung der Sprachentwicklung und die Erziehung zur Selbstständigkeit.

Ein strukturierter Tagesablauf bietet den Kindern Orientierung, Sicherheit und erleichtert die Eingewöhnung. Feste Bestandteile im Tagesablauf sind etwa das Freispiel im Außengelände der Kita, das den Kindern viel Freiraum zu körperlicher Betätigung und Sinneserfahrung bietet. Insgesamt sind für unsere Arbeit vier Grundsätze bindend:

  • Kinder haben Lust auf Welt
  • Bewegung und Tätigkeit sind der Motor ihrer Entwicklung
  • Kinder brauchen das Wohlwollen und Einfühlungsvermögen der Erwachsenen
  • Kinder brauchen Halt und Bindung von Erwachsenen

Bei uns werden 95 Kinder in fünf Gruppen im Alter von 0,4 – 6 Jahre Jahre betreut.
Die Tageseinrichtung ist ganzjährig von 7.00 Uhr bis 16.15 Uhr geöffnet. Die Eltern können zwischen verschiedenen Buchungszeiten wählen (25 Std., 35 Std., 45 Std.).

Die Kita Pusteblume befindet sich im Stadtteil Wetter-Volmarstein auf dem Gelände der Evangelischen Stiftung Volmarstein (ESV). Die Tagesstätte ist in einem eingeschossigen, unterkellerten Gebäude mit einer Nutzfläche von ca. 1000 m² untergebracht. Das Außengelände umfasst ca. 3.000 m².

Jeder Gruppe stehen Räumlichkeiten von insgesamt ca. 80 m², sowie ein Flur- und Sanitärbereich zur Verfügung. Gemeinsam nutzen die Gruppen die Halle (80 m²) und den Gymnastikraum (44 ²m). Weitere Räume sind ein Babywickel- und Schlafraum, Werkraum, Büro, Besprechungs-, Mitarbeiter-, Schlafraum sowie Hauswirtschafts-, Lager- und weitere Funktionsräume.

Grundsätze und Zielsetzungen "Lebensnahes Lernens"
Die Lebenswirklichkeit ist Ausgangspunkt der pädagogischen Arbeit! Den Kindern wird es in der heutigen Gesellschaft nicht leicht gemacht, in eine sehr differenzierte und kaum noch überschaubare Welt hineinzuwachsen. Im hochtechnisierten Zeitalter sind Kinder von wichtigen Erfahrungsfeldern teilweise ausgeschlossen und andererseits werden sie mit neuen Reizen überflutet. Die Möglichkeiten zur Aneignung der Wirklichkeit verändern sich ständig. Dies kann eine Begrenzung des Auslebens der Bewegungs- und Erfahrungsbedürfnisse bedeuten. Phantasie und Kreativität können verloren gehen.

Auf dieser situativen Grundlage und hinsichtlich der konzeptionellen Weiterentwicklung entstand bereits 1998 der Grundgedanke der Umgestaltung des Außengeländes. Dadurch möchten wir den Kinder alternative Spiel- und Erfahrungsmöglichkeiten bieten und ihnen neue Impulse im Umgang mit der Natur ermöglichen. Das Leben mit der Natur und das Erleben der Natur haben uns bewogen, abwechslungsreiche Spielräume im Außengelände zu schaffen. In diesem erweiterten Spiel- und Lebensraum können die Kinder, bedingt durch vielseitige Erfahrungsmöglichkeiten, nicht nur motorische und kognitive Fähigkeiten entwickeln, sondern auch einen engen Bezug zur Umwelt und somit Verantwortung für ein aktives natur- und umweltbewusstes Handeln erlangen. Um diese Erfahrungsmöglichkeiten zu bieten, wurden in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern, Kindern und Eltern naturnahe Spielräume geschaffen. Unsere pädagogische Arbeit sieht ihre Aufgabe darin, Kindern aus verschiedenen Lebenssituationen und Lerngeschichten zu befähigen, in Situationen ihres gegenwärtigen und künftigen Lebens möglichst selbständig und kompetent denken und handeln zu können. Hierzu gehört auch die Vermittlung eines kompetenten Umganges mit Medien und die Gesundheitserziehung im Gruppenalltag.

Soziales Lernen soll Kinder darin unterstützen, ihren Anspruch auf Selbstbestimmung zu vertreten. Sie sollten diesen Anspruch in kompetenter Weise mit den dazu notwendigen Fertigkeiten und Kenntnissen erfüllen können. Welche Lebenssituationen sind bedeutsam für lebensnahes Lernen? Es können alle Situationen sein, mit denen Kinder im alltäglichen Leben konfrontiert werden (z.B. in der Familie, im Straßenverkehr). Es können auch Situationen für Minderheiten von Kindern sein, die einer besonderen Unterstützung bedürfen (z.B. Kinder mit Behinderungen oder Kinder mit Migrationshintergrund) oder Situationen, die bei Kindern ein besonderes Interesse wecken oder Probleme verursachen (z.B. Tod, Konflikte im Zusammenleben). Will man die Situationen lokalisieren, so können drei Bereiche genannt werden: Die Familie, die Kita und das Gemeinwesen mit seinen Gruppierungen und Einrichtungen.

Erziehungsziele
Der Erziehungsauftrag der Kita besteht darin, dem Kind zu helfen, seine Bedürfnisse mit den unterschiedlichen Erwartungen seines gegenwärtigen und zukünftigen Lebens in Einklang zu bringen. Durch die pädagogische Arbeit wird das Kind unterstützt, sein Leben sinnvoll und verantwortlich zu gestalten. Schrittweise lernt es, am Gruppenleben teilzunehmen, dabei seine eigene Rolle zu erkennen und unterschiedliche soziale Verhaltensweisen und Fähigkeiten einzuüben. Entsprechend den Grundsätzen des lebensnahen Lernens sollen kindliche Bedürfnisse befriedigt und neue Bedürfnisse geweckt werden

Die Bedeutung des Spiels
Für die Arbeit mit Kindern ist das Spiel ein grundlegender Aspekt. Für pädagogisches Handeln ist es bedeutsam, das Spiel als Mittel zur sozialen, motorischen und kognitiven Entwicklung einzusetzen. und Förderung. Durch das Spiel wird dem Kind die Möglichkeit zur Konfliktverarbeitung und Anregung von Phantasie und Aktivität gegeben, sowie die Aneignung von Wissen. Spiel ist die intensive Auseinandersetzung des Kindes mit der Umwelt.
Das Spiel gehört zur Natur des Kindes, es stellt Formen seiner Ausdrucksmöglichkeiten dar und ist somit ein bedeutendes Lernmittel. Für unsere Arbeit heißt das, dem Kind die Möglichkeit zu geben „spielend zu lernen durch Spiel“. Wir ermöglichen dem Kind vielfältige und ergänzende Lern- und Lebenserfahrungen, die nicht nur auf abstrakte Art und Weise vermittelt werden, sondern in die realen Lebenssituationen eingebettet sind. Das dadurch entstandene Selbstbewusstsein und die Eigenständigkeit bilden eine wichtige Voraussetzung für die Schulfähigkeit.
Die Kinder werden durch altersspezifische und vielseitige Angebote in der Gruppe ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert. Vorschulerziehung findet bei uns nicht nur am Ende der Kita-Zeit statt, sondern während der ganzen Zeit von der Geburt bis zur Einschulung. (§§ 13,14 KiBiz) Die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Grundschulen ist von besonderer Bedeutung. Im letzten Jahr vor der Einschulung werden besondere Angebote und Aktivitäten für die Vorschulkinder durchgeführt.

Tagesablauf
Immer Wiederkehrendes und ein fester Rahmen sowohl innerhalb der jeweiligen Gruppen als auch in der gesamten Kita bieten den Kindern Orientierung und Sicherheit.

  • Gruppenintern:
    Feste Punkte im Tagesablauf der Gruppe sind: Freispiel, verschiedene Angebote, differenzierte Projektarbeit, Bewegungsangebote, Spielkreise und die gemeinsamen Mahlzeiten.

 

  • Gruppenübergreifend:
    Zusätzlich finden gruppenübergreifende Aktivitäten statt (gemeinsame Nutzung der Halle, des Außengeländes, Bildung von Partnergruppen, Projektarbeit, Interessengemeinschaften, Schulanfängerprojekte, tägliches gemeinsames Picknick ab 15 h). Gruppenübergreifendes Arbeiten ergibt sich aus pädagogischen und organisatorischen Gesichtspunkten. Interessengemeinschaften bieten kleine Projekte zu bestimmten Themen mit einer kleinen Gruppenstärke, über einen begrenzten Zeitraum, an. Beispiele von Interessengemeinschaften: Musik, Malen, Kochen, Theaterspielen, Walderkundung. Die inhaltliche Auswahl und das Zustandekommen von Interessengemeinschaften erfolgen nach pädagogischen und organisatorischen Gesichtspunkten.

Die Mahlzeiten
Es werden in der Kita drei Mahlzeiten angeboten: das Frühstück, das Mittagessen und das nachmittägliche Picknick für die 45 Std.- Kinder.
Alle Mahlzeiten haben nicht nur die Aufgabe, die Kinder zu sättigen, sondern dienen auch als Kommunikationsort für die Gruppe.

Das Essen soll zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis werden. Um diese Atmosphäre gestalten zu können, wird darauf geachtet, dass der Tisch ansehnlich gedeckt ist und dass Störungen von außen nach Möglichkeit vermieden werden. Das Tischdecken und –abräumen wird gemeinsam mit den Kindern durchgeführt; die Kinder sollen außerdem den richtigen Gebrauch des Tischbesteckes erlernen. Bei allen Mahlzeiten wird darauf geachtet, dass die Kinder Achtung vor Lebensmitteln bekommen und ein gesundes und möglichst vollwertiges Essen zu sich nehmen. Größtmöglicher Verzicht auf stark gesüßte und fettige Lebensmittel soll den Kindern, aber auch den Eltern nahegebracht werden.
Außerdem legen wir Wert auf umweltfreundliche Verpackungen und ökologische Nachhaltigkeit. Von allen Gruppen werden immer wieder Projekte zum Thema „Ernährung" (z.B. Kochen, Lebensmittelkunde usw.) durchgeführt, um diesem Ziel näher zu kommen. Zur Unterstützung dieses Vorhabens arbeiten wir mit dem Kreisgesundheitsamt EN ( Ernährungsberatung, Zahnputzaktionen) zusammen.

Differenzierte Gruppenarbeit
Differenzierte Gruppenarbeit ermöglicht folgende Aspekte: den unterschiedlichen aktuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen der Kinder Rechnung zu tragen, mit den Kindern Situationen zu gestalten, in denen sie sich ungestört betätigen können, vielfältige Kontakte der Kinder untereinander entstehen zu lassen und zu pflegen, aus denen sich im Zusammenleben Beziehungsfähigkeit entwickeln und differenzieren kann.
Die Kommunikation von Kindern unterschiedlicher sozialer Herkunft in der altersgemischten Gruppe ist ein wesentliches Anregungsmoment für die Förderung des Sozialverhaltens und der Lernmotivation. Die Konzentrationsfähigkeit der Kinder wird gefördert. Die Kinder haben Gelegenheit zu Einzel-, Partner- und Gruppenspielen bzw. -tätigkeiten. Dabei ist es wichtig, dass das Kind sich frei für eine bestimmte Tätigkeit entscheiden kann und dass freie Gruppenbildungen und -auflösungen möglich sind.

Merkmale der Gruppenarbeit
Differenzierte Gruppenarbeit ist gekennzeichnet durch folgende Aspekte: Gelegenheit zu Aktivitäten und Kontakten nach eigenem Rhythmus und eigener Wahl, die möglichst nicht von außen gestört werden sollte, dazu stehen den Kindern viele Spielbereiche in unterschiedlichen Räumen zur Verfügung.
Angebote und Aktivitäten der Erzieher/innen mit einzelnen Kindern, Kleingruppen oder der Gesamtgruppe. Die Art und der Zeitpunkte solcher Angebote sind von der jeweiligen Situation abhängig. Dabei wird Wert auf die vielfältige Gestaltung und Nutzung des Gruppenbereiches und Einbeziehung anderer Räume und des Umfeldes gelegt. Die Kinder werden am Gestaltungsprozess nach Möglichkeit beteiligt.

Bedingungen der Gruppenarbeit
Organisatorische und pädagogische Bedingungen differenzierter Gruppenarbeit sind: ein zugängliches Materialangebot, das selbständige Aktivitäten von Kindern aller Altersgruppen fördert, das Einbeziehen der Kinder in die Bereiche: Ideen sammeln, Pläne schmieden, Absprachen treffen, Regeln erstellen, verstehen und verinnerlichen, eine ständig weiterzuführende Situationsanalyse, die sich sowohl auf die Lebenssituation der einzelnen Kinder als auch auf die spezielle Gruppensituation richtet, die Beobachtung einzelner Kinder und der Gesamtgruppe. In diesem Zusammenhang werden regelmäßige Entwicklungsdokumentationen erstellt (§ 13,5 KiBiz),die Planung und Reflexion der pädagogischen Arbeit, die Überprüfung von organisatorischen und zeitlichen Abläufen unter Berücksichtigung der Bedeutung für die Kinder beinhalten.
Wichtig ist darüber hinaus die Eigenständigkeit der Gruppe im Gesamtkomplex der Kita. Zur Vernetzung der Gruppen werden regelmäßig Gespräche im Mitarbeiterkreis geführt, um gemeinsames pädagogisches Handeln zu planen und zu reflektieren. Ergänzt werden diese Teamsitzungen, durch Gruppenbesprechungen und mindestens einen pädagogischer Mitarbeitertag pro Jahr. Darüber hinaus finden regelmäßige Gespräche zwischen Träger, Eltern und Mitarbeiterinnen über die konzeptionelle Ausrichtung der Einrichtung oder die Notwendigkeit zu regelmäßiger Fortbildung aller Mitarbeiter/innen. Dies begründet sich durch die vielfältigen Aufgaben und Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte , die sich aus den sich verändernden gesellschaftlichen und politischen Bedingungen ergeben, wie z.B. die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, Kindern mit Behinderungen oder Verhaltensauffälligkeiten. Formen der Fortbildung sind die Teilnahme an externen Fachseminaren, Informationsabenden mit Fachreferenten in der Kita (öffentlich), das Lesen von Fachliteratur und der Informationsaustausch innerhalb des Teams.

Partizipation
Kinder sind Träger ihrer eigenen Rechte. Die UN -Kinderrechtskonvention, auf die wir uns berufen, geht von einem Menschenbild aus, dass Kinder nicht als unmündige und unfertige Wesen sieht, über die die Eltern und öffentliche Einrichtungen verfügen können. Ziel des Kinderrechtsansatzes ist es, dass jedes Kind darauf vertrauen kann, dass die anerkannten Rechte in der Kita respektiert und umgesetzt werden.
Zu den anerkannten Rechten gehören das Schutzrecht, Förderrechte und Beteiligungsrechte (UN- Kinderrechtskonvention). Wahrnehmung der Beteiligungsrechte bedeutet Partizipation an der Gestaltung des Kindergartenalltages durch die Kinder. Partizipation ist der Schlüssel zur Bildung und Demokratie, aber auch eine notwendige Voraussetzung für den Schutz von Kindern in den pädagogischen Einrichtungen. Wir möchten Kindern ermöglichen, ihre Rechte in Bezug auf konstruktive Beteiligung wahr-zunehmen.
Dazu gehört es, die Interessen anderer zu akzeptieren, neue Regeln einzuhalten, zu entwickeln und zu verändern. Dabei geht es darum, Verfahrenswege der Partizipation durch unsere Unterstützung und Begleitung zu erläutern und zu verinnerlichen. Beispiele für die Partizipation sind: Mitbestimmung bei Projekten und Aktionen, bei der Auswahl des Mittagessens, bei der Raumwahl zum Freispiel, Inanspruchnahme von Ruhe-und Rückzugsmöglichkeiten.

Die altersgemischten Gruppen (nach Kibiz)
Da Kinder im Alter von 0,4 – 6 Jahren grundlegende Entwicklungsphasen durchlaufen, wie z.B. das Erlernen des Laufens, das Entwöhnen der Windel, Spracherwerb und selbständiges Essen, ist auch eine erweiterte Elternarbeit nötig. Hierbei wird im intensiven Austausch mit den Eltern die Entwicklung des Kindes innerhalb des Kitaalltages reflektiert. Ältere Kinder erhalten außerdem die Möglichkeit, das Heranwachsen eines Kleinkindes mitzuerleben und zu unterstützen, was in positiver Weise dazu beiträgt, ihr Sozialverhalten zu stärken.
 

Im täglichen Miteinander bietet sich den älteren Kindern die Möglichkeit, ihr Einfühlungsvermögen im Zusammenleben mit jüngeren und schwächeren Kindern zu entwickeln, so dass ein liebevolles und verantwortungsbewusstes Miteinander entstehen kann. Durch Beobachten und Nachahmung erhalten auch die jüngeren Kinder Anregung und Zuwendung. Die altersspezifischen Angebote und Projekte, das vielfältige Angebot an Spiel- und Bastelmaterial, ermöglicht den Kindern ihre bereits erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vertiefen und zu fördern. Ihre Selbständigkeit und Eigenaktivität kann somit ständig weiterentwickelt werden. Durch immer wiederkehrende Alltagssituationen erfahren die Kinder eine Orientierung und Sicherheit, die ein partnerschaftliches Zusammenleben ermöglichen.

Die Arbeit in der integrativen Gruppe (Inklusion) § 8 (KiBiz) 
Integrative Bildungs- und Erziehungsarbeit Kinder mit Behinderungen und Kinder, die von einer Behinderung bedroht sind, sollen nach Möglichkeit gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung gefördert werden. Die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen und von Kindern, die von einer Behinderung bedroht sind, sind bei der pädagogischen Arbeit zu berücksichtigen.
Der Anlass zur Einrichtung integrativer Plätze in der Kita Pusteblume ergab sich aus dem konzeptionellen Anspruch sowie auf Grund der Nachfrage betroffener Eltern sowie von Ärzten und Frühförderstellen aus dem Umfeld.

Seit 1991 betreuen wir bis zu drei Kinder mit Behinderungen in einer Gruppe. Die therapeutische Versorgung der Kinder findet zum Teil in der Kita statt. Die Therapeuten betreuen teilweise in der integrativen Gruppe, so dass eine sehr enge Kooperation mit den Mitarbeiter/innen möglich ist. Die Kita selbst kann keine speziellen Therapieangebote leisten! In integrativen Gruppen werden Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam betreut und gefördert. Mit der Aufnahme von Kindern mit Behinderungen in die Kita geben wir ihnen die Möglichkeit, eine Einrichtung in ihrem Wohngebiet zu besuchen und somit Kinder aus ihrer Nachbarschaft kennen zu lernen.

Grundlage der (heil-) pädagogischen Arbeit in der integrativen Gruppe, ist die Überzeugung, dass jeder Mensch die Potentiale zu einer konstruktiven Entwicklung in sich trägt. Ziel der integrativen Arbeit ist es daher, ein Förderangebot zu gestalten, dass diese Potentiale weckt und Entwicklungsprozesse anbahnt. Darüber hinaus ist das erwähnte Konzept des „Lebensnahen Lernen" so wie der situationsorientierte Ansatz auch für die integrative Gruppe Grundlage der pädagogischen Arbeit. Dies folgt der Überzeugung, dass sich situationsbezogenes Arbeiten in besonderem Maße für die Realisierung einer für alle Kinder förderlichen gemeinsamen Erziehung eignet. Wir fassen die integrative Gruppe als umfassende Lernsituation für Kinder auf, als einen Lebens- und Erfahrungsraum, der kein Kind ausschließt. Das Kind wird in der Gesamtheit seiner Lebensbezüge gesehen. Die Heterogenität altersgemischter Gruppen bietet vielfältige Förderungsmöglichkeiten, die mit der Methode der differenzierten Gruppenarbeit für Kinder mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen nutzbar gemacht werden können. So berücksichtigt etwa die Themenauswahl der Gruppe die Bedürfnisse aller Kinder; Angebote werden so strukturiert, dass nicht alle Kinder dasselbe tun oder können müssen. Die Kinder können entsprechend ihrer Möglichkeiten teilnehmen; Angebote sowie Materialauswahl ermöglichen selbständige Aktivitäten der Kinder.

Innerhalb der Gruppe stellt sich die Förderung der Kinder nicht als Therapie dar, sondern sie unterstützt durch (heil-) pädagogische Maßnahmen verschiedener Art die Entwicklung. Jedes Kind wird in seiner Individualität und Selbständigkeit mit dem Ziel gefördert, seine Persönlichkeit in die Gruppe einbringen zu können und die Gruppe mit zu strukturieren. Durch die gemeinsame Erziehung bekommen alle Kinder vielfältige Entwicklungsanreize und können im Zusammenleben Unterschiede und Ähnlichkeiten erleben, wodurch sich eine Atmosphäre sozialer Toleranz entwickelt, die jedem Kind ungeachtet seiner Fähigkeiten ein positives Selbstwertgefühl vermittelt.

Aufnahmeverfahren für Kinder mit Behinderungen
Die Aufnahme von Kindern mit Behinderungen findet unter Berücksichtigung von bestimmten Voraussetzungen statt. Der erste Kontakt mit der Kita findet in Form des Aufnahmegespräches zwischen Eltern, Kind, Leitung und Erziehern statt. Bestandteil dieses Gespräches sind zum einen die Vorstellungen, die die Eltern mit integrativer Erziehung verbinden, sowie die Möglichkeiten, die die Einrichtung leisten kann. Berichte von Ärzten, Therapeuten und Frühförderstellen sind der Leitung zur Einsicht zur Verfügung zu stellen, um den Krankheitsverlauf und die spezifische Behinderungsart kennen zu lernen.
Desweiteren sind Informationen bezüglich Therapien, der Lebensgewohnheit und des Umfeldes sowie individuelle Bedürfnisse des Kindes notwendig. Die persönliche Vorstellung des Kindes mit Behinderung ist von besonderer Wichtigkeit, um sich über diesen ersten Kontakt sowie die eben genannten Informationen ein individuelles "Bild" vom Kind verschaffen zu können. Das Aufnahmegespräch klärt, welche konkreten Hilfestellungen das Kind benötigt. Die Übereinstimmung der Eltern mit dem pädagogischen Konzept ist Voraussetzung für die Aufnahme des Kindes. Vorhandene Gruppenstrukturen müssen berücksichtigt werden. Nach Antragstellung über das örtliche Jugendamt an das Landesjugendamt in Münster und deren Zustimmung, entscheidet die Leitung über die Aufnahme des Kindes.

Integration von Kindern mit Migrationshintergrund
„Die große Fluchtbewegung der Jahre 2015 und 2016 hat in der Bundesrepublik Deutschland nachhaltige Veränderungen ausgelöst. Unter den geflüchtete Menschen, die in großer humanitärer Verantwortung durch die BRD aufgenommen wurden, befinden sich viele Familien mit kleinen und schulpflichtigen Kindern.“ (S. 7) „Jedes Kind erhält die individuell nötige Zuwendung und hat die gleichen Beteiligungsmöglichkeiten, die allen Kindern zustehen.
Kein Kind wird aufgrund seiner Herkunft oder den in seiner Person liegenden Merkmalen benachteiligt.“ (S.54) „Die frühzeitige Einmündung von Kindern mit Flucht- und Migrationshintergrund in das Bildungssystem ist eine wesentliche Grundvoraussetzung für die dauerhafte und nachhaltige Integration der gesamten Herkunftsfamilie in die bundesdeutsche Gesellschaft.“ (S. 104)

Quelle: Flüchtlingskinder in der Kita

Elternarbeit
Die Zusammenarbeit zwischen den Eltern des Kindes mit Behinderung und den Mitarbeitern der Gruppe ist eine wichtige Grundlage der Integrationsarbeit. Elterngespräche finden regelmäßig statt, um sich über den aktuellen Entwicklungsstand und die daraus folgenden pädagogischen Maßnahmen auszutauschen, sowie die Eltern unterstützend zu begleiten. Des Weiteren können Informationen bezüglich anderer fachspezifischer Institutionen gegeben werden, die eine vielseitige pädagogische Förderung ergänzen können bzw. eine Anlaufstelle und Stütze für betroffene Eltern sind.

Beschwerdemangement
Für Beschwerden und konstruktive Kritik stehen das pädagogische Personal , die Gruppenleitungen, die Kitaleitung, der Elternrat und der Vorstand zur Verfügung. In besonders schwierigen Fällen finden gemeinsame Gespräche aller an einem Konfliktfall beteiligten Parteien statt.

Integration/ Inklusionund Kita-Team
Um die Integration innerhalb der Gruppe gewährleisten zu können, müssen im Team bestimmte Grundvoraussetzungen geschaffen werden. Wichtig ist der regelmäßige Austausch im Gesamtteam. Hierbei werden Informationen über die Kinder mit Behinderungen weitergegeben bezüglich der Behinderungsart, des daraus resultierenden Pflegeaufwandes und individuelle pädagogische Aspekte, Entwicklungsveränderungen, Aufenthaltsdauer in der Kita, Gespräche mit Ärzten, Therapeuten etc., gesetzliche Grundlagen und Richtlinien.
Die zusätzliche pädagogische Fachkraft der integrativen Gruppe arbeitet innerhalb der Gesamtgruppe, d.h. die Kinder mit Behinderungen werden nicht ausgegliedert. Teilweise finden Kontakte zu den anderen Gruppen in der Kita statt, um somit gegenseitiges Kennenlernen und Akzeptanz zu ermöglichen.

Kontakte zu anderen Institutionen
GezielteFortbildungen der Mitarbeiter der integrativen Gruppe zum Bereich „Integrationsarbeit" sind notwendig. Ebenso unterstützt die Zusammenarbeit mit anderen fachspezifischen Institutionen die Förderung des Kindes mit Behinderung. Durch die Teilnahme der Mitarbeiter an den Therapien (extern) sowie Besuche der Therapeuten in der Kita, wird den Mitarbeitern der Umgang mit den Kindern erleichtert.
Es bestehen Kontakte zu Frühförderstellen, Erziehungsberatungsstellen, Wohnheimen für Behinderte der Evangelischen Stiftung Volmarstein, Fach- und Förderschulen, Therapeuten und Ärzten. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Einrichtungen, die integrativ arbeiten, ist gegeben. Der ständige Austausch zwischen Eltern, Mitarbeitern und den genannten Institutionen ist zum Wohle des Kindes notwendig, um das Wissen zu erweitern, die Erfahrungen zu reflektieren und neue Aspekte zu berücksichtigen.

Elternarbeit
Die Zusammenarbeit von Eltern und Erziehern ist ein wichtiger Bestandteil des lebensnahen Lernens. Mittelpunkt und Ausgangspunkt der pädagogischen Planung und Handlung ist, das Kind mit seinen Bedürfnissen, Interessen und Erfahrungen. Daher ist eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern erforderlich, um an den vorhandenen Erfahrungen der Kinder anknüpfen zu können und die individuelle Entwicklung zu berücksichtigen. Ebenso müssen die Eltern über die Geschehnisse in der Kita informiert sein.

Das Miteinander von Eltern und Erziehern ist zum Wohle des Kindes von enormer Bedeutung, um die Erziehung im Elternhaus und in der Kita aufeinander abstimmen zu können. Elternarbeit findet in unterschiedlichen Formen statt:

Für die neuen Eltern
Der erste Kontakt zwischen Kita und Eltern ist in der Regel das Aufnahmegespräch zwischen den Eltern und der Leitung. Hierbei erhalten die Eltern Informationen über die Besonderheit des Elternvereins als Träger der Kita. Die jeweilige Gruppe stellt sich den Eltern und ihren Kindern an einem „Kennenlernnachmittag" oder bei individuell gestalteten Treffen vor.

Eingewöhnungszeit
In den ersten zwei Augustwochen findet die Eingewöhnungszeit der Neuaufnahmen statt. Der Verlauf der Eingewöhnung soll sich nach den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Kinder richten und Absprachen mit den Eltern sind in dieser Zeit besonders wichtig.

Im Laufe der Kindergartenzeit gestaltet sich die Elternarbeit wie folgt:

  • Elternabende
    Die Elternabende finden auf Gruppenebene zweimal jährlich statt. Dabei kann die Initiative von den Eltern oder den Erziehern/innen ausgehen. Von zentraler Bedeutung ist aber in jedem Fall ein gemeinsames Gespräch (z.B. Absprache zu speziellen Themen oder Abläufen in der Gruppe, Planen von Aktivitäten). Zusätzlich können in der Gruppe gemeinsame Spiel- und Bastelnachmittage für Eltern und Kinder angeboten werden.
  • Elterngesprächswoche
    Einmal jährlich findet in den Gruppen die „Elterngesprächswoche" statt. In Einzelgesprächen kann hier die Gesamtsituation des Kindes anhand der Entwicklungsdokumentation besprochen werden. Möglichkeiten zu Einzelgesprächen nach Terminabsprache außerhalb der Elterngesprächswoche ergeben sich je nach Beweggrund.
  • Hospitation
    Jedes Elternteil hat die Möglichkeit, nach Absprache mit den Erziehern/innen, in den Gruppen zu hospitieren, um einen konkreten Einblick in das Gruppengeschehen zu erhalten.
  • Feste und Feiern
    Im Laufe eines Kindergartenjahres finden Feste und Feiern für Eltern und Kinder oder auch nur für Eltern statt, bei denen die Förderung der Gemeinschaft innerhalb der Kita/des Vereins im Vordergrund steht.
  • Elterninformationen
    Informationen für die Eltern werden von der Leitung und den Gruppen an den Infowänden in den Gruppen und der Halle veröffentlicht.Außerdem werden Mitteilungen per E-Mail verschickt. 
  • Aussenbereich
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  • Innenbereich
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