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Volmarstein, die evangelische Stiftung - Hermann-Luisen-Haus wird 100

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Hermann-Luisen-Haus wird 100

Die Stiftung Volmarstein feierte in diesem Monaten den hundertsten Geburtstag eines Gebäudes, das zu den schönsten und ältesten Zeugen Volmarsteiner Geschichte gehört. Das Hermann-Luisen-Haus wurde am 7. Februar 1911 eingeweiht.

Bis dann das Haus renoviert und umgebaut wurde und ab September 1989 die Zentralverwaltung beheimatete, folgte es einer anderen Bestimmung. Nachdem die Räumlichkeiten des Gründungshauses Johanna-Helenen-Heim nicht mehr ausreichend waren, entstanden die Planungen für ein Handwerkerhaus für männliche erwachsene Behinderte. Die Verwirklichungen dieses Wohnheims mit Werkstätten ist im Wesentlichen der großzügigen Spende von 50.000 Reichstalern des Fabrikantenehepaars Hermann und Luise Putsch zu verdanken. Nach ihnen beiden ist das Haus benannt.

Der Geheime Kommerzienrat Hermann Putsch gründete 1871 die Hagener Firma Putsch. Das Unternehmen befasste sich zu Beginn mit der Herstellung von Schneidwerkzeugen aller Art, bis 1881 das Geschäft zur Industriemesser-Fabrik ausgebaut wurde und sich kurze Zeit später auch mit Erfolg der Entwicklung und dem Bau von Maschinen und Anlagen für die Zuckerindustrie widmete. Hermann Putsch war zudem viele Jahre Mitglied des Vorstandes der Volmarsteiner Anstalten. Sein Bildnis sowie das seiner Gattin Luise hängen heute zur Erinnerung im Eingangsbereich des HLH. Bei seiner Einweihung war das Haus Heimat von 22 Lehrlingen, die in der Schuhmacherei, Schneiderei, Schreinerei, Bandagenwerkstatt, Bürstenmacherei, Korbmacherei, Kerbschnitzerei und Schreibstube ausgebildet werden konnten.

Im Januar 1912 machten dort bereits 51 junge Männer eine Ausbildung, und viele fanden nach ihrer Gesellenprüfung eine Anstellung außerhalb der Anstalt. Die gefertigten Korb- und Bürstenwaren fanden regen Absatz im 1913 eröffneten Verkaufsgeschäft in Hagen. Der wirtschaftliche Betrieb des HLH war völlig unabhängig vom Johanna-Helenen-Heim. Das Brüderseminar aus Witten wurde 1920 als Diakonenanstalt mit aufgenommen und blieb dort bis 1958. Bereits 1926 wurde ein Erweiterungsanbau nötig. In der Zeit des zweiten Weltkriegs diente es vorübergehend als Reserve-Lazarett für Leichtverwundete, und auch Kriegsversehrte wurden hier umgeschult. Die Berufsschule, die hier untergebracht war, bezog 1976 die neu entstandenen Räume des Berufsbildungswerks. Mit dem Bau der neuen Werkstatt für Behinderte 1978 verlor das Haus, mittlerweile auch baufällig, seine Bedeutung und stand schon auf der Abrissliste. Es wurde von dieser aber wieder gestrichen und sehr aufwendig und denkmalpflegerisch restauriert. So konnte sich dieses schöne Gebäude am 18. Februar 2011 zum 100. Geburtstag nachträglich ordentlich feiern lassen.

Johannes-Dieter Blenckers, Beschäftigter Werkstatt für behinderte Menschen

»Hier bin ich zuhause, hier wird meine Arbeit anerkannt.«

Johannes-Dieter Blenckers, Beschäftigter Werkstatt für behinderte Menschen